Koralle ist neben Edelsteinen und Perlen bereits seit Jahrtausenden ein wichtiger Bestandteil der Schmuckproduktion und wurde aufgrund ihrer einmaligen Farbintensität auch in königlichen Insignien und liturgischem Gerät verarbeitet.
Da es jedoch nicht nur eine einzige Korallenart gibt, möchten wir Ihnen hier die wichtigsten Unterschiede zwischen roter Koralle, Engelshautkoralle und Schaumkoralle erklären – stets mit Blick auf Qualität, Struktur und Schmuckverarbeitung.
Was ist Koralle eigentlich?
Koralle ist ein organisches Material, das von koloniebildenden Meerestieren, den Korallenpolypen, gebildet wird. Bestimmte Korallenarten entwickeln über viele Jahre ein festes Kalkskelett, das nach einer fachgerechten Bearbeitung zu Schmuck weiter verarbeitet werden kann.
Die natürliche Entstehung erklärt, warum Korallen eine individuelle Struktur besitzen. Je nach Art, Wachstum und Qualität können Farbe, Dichte, Zeichnung und Oberfläche deutlich variieren. Ihren Glanz erhalten alle Korallen durch eine professionelle Politur.
Im Schmuckhandel sind verschiedene Korallentypen bekannt. Typisch und weit verbreitet sind rote Korallen, Engelshautkorallen und Schaumkorallen.

Rote Koralle – intensiv, klassisch und ausdrucksstark
Aufgrund ihrer Farbkraft ist die rote Mittelmeerkoralle (corallium rubrum) im Schmuck besonders beliebt. Ihr natürliches Farbspektrum reicht von hellem Rosé (sehr selten) über Orangerot bis hin zu intensivem Dunkelrot.
Klassischerweise werden italienische Edelkorallen entweder als natürlich gewachsene Äste zu Schmuckstücken verarbeitet oder als Kugeln bzw. Oliven zu Ketten aufgereiht. Anhänger und Ringe zieren Korallen meist in Form von Boutons, Cabochons oder Kameen.
Optisch besitzt die rote Koralle zweifellos eine starke Wirkung: Ihre warme, intensive Farbe macht selbst schlicht gestaltete Schmuckstücke zu einem auffälligen Blickfang. In Kombination mit Gelbgold ergibt sich ein warmer, klassisch-edler Look.
Silber, Weißgold oder Platin erzeugen dagegen einen stärkeren Kontrast und lassen das Korallrot besonders schön hervorleuchten.
Engelshautkoralle – zarte Rosé- und Lachstöne
Die Engelshautkoralle unterscheidet sich von der italienischen Edelkoralle zum einen durch ihre Fundorte im Pazifik und zum anderen durch ihre besonders zarte Farbgebung. Ihr eingängiger Name bezieht sich auf den weißen Grundton, der von einer zarten roséfarbenen Musterung durchbrochen wird und den blassroten Bäckchen eines Engels gleichkommt.
Genau diese dezente Farbstimmung macht Engelshautkoralle bei Schmuckliebhabern so beliebt. Charakteristisch sind pastellige Rosa-, Lachs- und zarte Pfirsichtöne.
Schmuckstücke mit Engelshautkoralle wirken im Vergleich zu kräftig roter Koralle zurückhaltender und lassen sich dadurch vielseitig kombinieren. Sie wirken besonders vornehm und können vielseitig getragen werden, denn sie schmeicheln sowohl sehr hellen als auch dunkleren Hauttypen.
Meist wird Engelshautkoralle mit Rosé- bzw. Weißgold, Silber oder Platin kombiniert, um einen kühlen, edlen Look zu erzeugen.

Schaumkoralle – markante Struktur und individuelle Zeichnung
Die Schaumkoralle – auch Wurzelkoralle genannt – fällt insbesondere durch ihre charakteristische Struktur auf: sie besitzt eine poröse, fein strukturierte oder schwammartig wirkende Oberfläche und bewegt sich farblich im Bereich von gedeckten Rot- und hellen Naturtönen.
Nach dem Schleifen und Polieren entsteht bei Schaumkorallen ein spannender Kontrast zwischen glatten Oberflächen und den darunter sichtbaren Strukturen.
Sie ist eine vergleichsweise günstige Korallenart und wird daher oft in Silber gefasst. Wer sich also gern mit Koralle schmückt, jedoch kein Vermögen investieren möchte, kann mit Schaumkoralle sehr schöne Akzente setzen.
Korallenarten im Vergleich
Die wichtigsten Unterschiede der oben beschriebenen Korallenarten lassen sich auf einen Blick zusammenfassen:
| Rote Koralle | Engelshautkoralle | Schaumkoralle | |
| Farbe | Rot bis Orange-Rot, teilweise tiefrot | Zarte Rosé-, Lachs-, Pfirsichtöne | Gedeckte Rot- und helle Naturtöne |
| Struktur | Meist gleichmäßig in Oberfläche und Farbe; natürliche Wachstumsmerkmale, Farbzeichnungen möglich | Sichtbare feine natürliche Farbstrukturen und Farbnuancen | Stärker strukturiert, schwammartig, porös mit sichtbaren Strukturen und Zeichnungen |
| Wirkung |
Intensiv, kräftig, ausdrucksstark und klassisch. Oft in Kombination mit gelbgoldenen Edelmetallen. |
Sichtbare feine natürliche Farbstrukturen und Farbnuancen | Stärker strukturiert, schwammartig, porös mit sichtbaren Strukturen und Zeichnungen |

Behandlungen und Imitationen
Beim Kauf von Korallenschmuck sollten Sie einige Punkte beachten, denn neben natürlichen Korallen werden häufig auch gefärbte, behandelte, rekonstruierte oder imitierte Materialien im Handel angeboten.
Optisch sind solche Materialien teilweise nur schwer zu erkennen. Für die Bewertung eines Schmuckstücks sind deshalb eine präzise Materialbeschreibung, eine seriöse Herkunftsangabe und die fachkundige Beurteilung durch einen erfahrenen Händler oder Gemmologen wichtig.
Außerdem ist der Handel mit Koralle streng kontrolliert und unterliegt strikten Artenschutzbestimmungen. Achten Sie also allgemein auf die Seriosität des/der Verkäufer/in.
Bei antikem Korallenschmuck greifen strenge Handelsverbote zwar nicht, auch hier ist aber auf die Authentizität der Stücke zu achten.
Im Sortiment der Halsbandaffaire finden Sie daher selbstverständlich nur eingehend geprüfte Korallen, die von unseren Expertinnen, Gemmologen und Gutachterinnen vorab beurteilt wurden.
Korallenschmuck richtig pflegen
Koralle ist ein organisches Material und daher durchaus empfindlich. Wie Sie Ihren Korallenschmuck daher korrekt pflegen und aufbewahren, haben wir Ihnen in unserem Beitrag So pflegen Sie Korallenschmuck richtig bereits für Sie zusammengefasst.