
„Diamonds are forever“, das wusste in den 1950er Jahren nicht nur James Bond. Wer Diamantschmuck kaufen möchte, entscheidet sich demnach für weit mehr als einen Edelstein: Schliff, Material, Epoche und Fassung prägen Charakter und Wirkung des Juwels.
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es beim Kauf von Diamantschmuck wirklich ankommt – und warum nicht jeder Diamant nach denselben Maßstäben beurteilt werden sollte.
Historischer Kontext: vom Rosen- zum Brillantschliff
Der Schliff eines Diamanten prägt sein Lichtspiel ebenso wie seinen historischen Charakter. Ein Blick auf die Entwicklung der wichtigsten Schliffformen hilft, modernen und historischen Diamantschmuck vor dem Kauf besser einordnen zu können.
Rosenschliff
Die sogenannte Diamantrose zählt zu den frühen Schliffformen und wurde im 17. Jahrhundert entwickelt. Sie ist gekennzeichnet durch die einseitige, kuppelförmige Facettierung mit flacher, unfacettierter Unterseite.
Achtkantschliff
Als ein Vorgänger des Altschliffes gilt der Achtkantschliff, der sich durch seine meist runde Grundform mit jeweils acht Facetten im Ober- und Unterteil auszeichnet und mit der Tafel auf insgesamt 17 Facetten kommt.
Altschliff
Der Altschliff (engl. Old European Cut) wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Bei Altschliffen handelt es sich um Diamanten mit Oberteil (Krone), Rundiste (einer Art Gürtel in der Steinmitte) und Unterteil (Pavillon). Das Oberteil weist dabei eine größere, zentrale Tafelfacette auf, durch die man die abgeflachte Spitze (Kalette) des Diamanten oft sehr gut erkennen kann.
Altschliffe sind noch nicht so wohlproportioniert wie der spätere Brillantschliff und zeichnen sich oft durch leicht unrunde Grundformen und ein hohes Oberteil aus. Dadurch haben Altschliffe meist mehr Feuer, aber weniger Brillanz als ihre modernen Nachfolger.
Moderner Brillantschliff
Ein moderner Brillant ist klar definiert durch eine runde Grundform und eine Gesamtanzahl von mindestens 57 Facetten. Als Erfinder dieser Systematik gilt der belgische Mathematiker und Gemmologe Marcel Tolkowsky, der den Brillantschliff 1919 entwickelte. Er zielte auf die perfekte Proportionierung des Edelsteins ab und sollte die Totalreflexion des einfallenden Lichtes und damit eine maximale Brillanz erreichen.
Ab den 1930er Jahren ist der Brillantschliff im Schmuck endgültig etabliert.

Material- und Qualitätswissen: Wie Sie die 4C richtig gewichten
Während historische Schliffe vor allem im Kontext ihrer Entstehungszeit zu betrachten sind, hat sich für moderne Diamanten ein systematisches Bewertungsverfahren etabliert.
Das vom Gemological Institute of America (GIA) Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Konzept der sogenannten 4 Cs bietet Ihnen ein objektives System zur Beurteilung der Qualität eines Diamanten. Wenn Sie Diamantschmuck kaufen, sollten Sie diese vier Richtwerte also stets im Hinterkopf haben, denn zwei Diamanten gleicher Größe sind nicht automatisch gleich viel wert.
Carat (Karat)
Die Karatangabe gibt über das Gewicht eines Diamanten Auskunft. Dabei entspricht 1 Karat 0,2 Gramm. Je mehr ein Diamant wiegt, desto teurer wird er also gehandelt. Extrem wichtig ist es jedoch hierbei zu verstehen, dass Karat und Preis nicht direkt proportional zueinander steigen!
Clarity (Reinheit)
Um die Reinheit eines Diamanten zu ermitteln, wird dieser im Fachhandel unter zehnfacher Vergrößerung mit einer Lupe betrachtet. Die allermeisten Diamanten enthalten Einschlüsse, die je nach Größe, Lage im Stein und Intensität auf der Skala des GIA eingeordnet werden. Diese reicht von lupenrein bis hin zu deutlichen Einschlüssen (Piqué). Letztere sind auch mit dem bloßen Auge zu erkennen.
Colour (Farbe)
Bei der Farbe eines Diamanten gilt die Devise: je farbloser ein Diamant, desto höher sein Wert. Die Skala des GIA beginnt bei D für farblose Diamanten und endet bei Z für gelblich getönte Steine. Intensiv farbige Diamanten in Braun, Blau, Rosa etc. fallen nicht unter diese Bewertungskategorie und werden als fancy diamonds gehandelt.
Cut (Schliff)
Ein guter Schliff ist ausschlaggebend für die Brillanz eines Diamanten, denn nur so kommt seine Dispersion – das sogenannte „Feuer“ – voll zur Geltung. Hierbei handelt es sich um eine optische Eigenschaft des Minerals, durch die er das einfallende Licht in seine Spektralfarben bricht und diese regenbogenartig reflektiert. Ist die Schliffausführung schlecht, z.B. zu flach oder zu spitz, geht dieser Effekt verloren. Parameter wie Symmetrie und Politur werden an dieser Stelle ebenfalls berücksichtigt.

Was die 4C leisten – und wo ihre Grenzen liegen
Einen Diamant anhand der 4C zu bewerten macht diesen vergleichbar und kann die Kaufentscheidung erleichtern. Weitere Qualitätsmerkmale wie Fluoreszenz, Schliffform oder der historische Entstehungskontext können den Preis und auch den Charakter des Steins jedoch beeinflussen und sollten beim Kauf Beachtung finden.
Expertentipp: Die Diamant 4C greifen vor allem bei modernen Diamanten im Brillantschliff. Historischer Diamantschmuck sollte stets im Kontext seiner Entstehung gesehen und gekauft werden. In vergangenen Jahrhunderten wurden Diamanten beinahe ausschließlich nach ihrem Gewicht (Carat) gehandelt. Ein maximaler Volumenerhalt nach dem Schleifen war somit lange Zeit wichtiger als beispielsweise Farbe, Reinheit und Brillanz.
Auch wichtig: Zwischen bestimmten Caratzahlen liegen oft Quantensprünge. So werden besonders populäre Diamantgrößen wie Halb- und Einkaräter deutlich höher bepreist als Diamanten mit beispielsweise 0,45 Carat oder 0,9 Carat. Diese Unterschiede sind mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar, im Preis aber deutlich spürbar.
Zertifikate richtig lesen und prüfen
Wer Diamantschmuck kaufen möchte, wird meist mit Zertifikaten und Prüfberichten konfrontiert. Deren Aussagekraft hängt aber stets davon ab, ob ein loser Diamant bewertet wurde oder ob es sich um Diamanten in einem historischen Schmuckstück handelt.
Das Gemological Institute of America (GIA) ist eins von mehreren Instituten weltweit, die eine objektive und wissenschaftlich fundierte Graduierung von Diamanten vornehmen. GIA-Zertifikate gelten dabei als Goldstandard der Diamantbewertung. Jeder bewertete (lose!) Diamant erhält hier eine individuelle Berichtsnummer (report number), über die der Edelstein jederzeit online aufgerufen und verifiziert werden kann.
In jüngerer Zeit hat das GIA seine Bewertungspraxis für Labordiamanten – also im Labor gezüchtete Diamanten – angepasst. Diese bilden nun eine eigene Kategorie und erhalten nur noch eine zusammenfassende Einstufung in „Premium“ und „Standard“. Ein GIA-Zertifikat unter Einhaltung der 4C wird in Zukunft nur noch für natürliche Diamanten erstellt.
Expertentipp: Natürliche und im Labor gezüchtete Diamanten sind in ihren optischen und chemischen Eigenschaften identisch!
Herkömmliche gemmologische Untersuchungsverfahren reichen daher nicht mehr aus, um eine eindeutige Bestimmung vorzunehmen. Hierfür werden spezielle Maschinen bzw. Instrumente benötigt. Sollte Ihnen im Verkaufsgespräch etwas anderes mitgeteilt werden, sollten Sie an dieser Stelle evtl. von einem Kauf Abstand nehmen.
Modernen vs. historischen Diamantschmuck kaufen
Im Sortiment der Halsbandaffaire finden Sie sowohl historischen als auch modernen Diamantschmuck .
Alle Diamanten werden von uns (in der Fassung) anhand der 4C bewertet und mit größter Sorgfalt unter Hinzuziehung von Mikroskop, Lupe und Farbvergleichssatz untersucht.
Unser Versprechen: Bei der Halsbandaffaire kaufen Sie ausschließlich Schmuckstücke mit natürlichen Diamanten! Auch in unserem modernen Sortiment werden keine Labordiamanten verwendet. Dieser Standpunkt ist uns wichtig und stellt eine bewusste Entscheidung zugunsten von Transparenz und Materialauthentizität dar.

Welche Diamantfassungen gibt es?
Die Fassung eines Diamanten beeinflusst nicht nur seine Wirkung, sondern auch seine Alltagstauglichkeit und Haltbarkeit. Zwar gelten Diamanten als das härteste natürliche Material der Welt, sie besitzen jedoch die Eigenschaft der Spaltbarkeit. Nur so können sie überhaupt richtig bearbeitet werden.
Diese Spaltbarkeit kann das Mineral jedoch bei ungünstiger Belastung anfällig machen. Daher sollten Sie Ihren Diamantschmuck pfleglich behandeln und auch der Fassung des Edelsteins Aufmerksamkeit schenken, wenn Sie Diamantschmuck kaufen möchten.
Je nach Tragegewohnheit, Stil und gewünschter Wirkung kommen unterschiedliche Fassungsarten infrage.
Krappenfassung
Bei dieser Fassung ist der Diamant stark exponiert und wird nur von kleinen Stegen, den sogenannten Krappen gehalten, um seine volle Brillanz zur Geltung zu bringen. Die Krappenfassung ist aus diesem Grund eine absolut klassische und sehr beliebte Fassart für Diamanten, gerade bei Verlobungsringen.
Zargenfassung
Bei dieser Form wird der Edelstein vollständig von einem Band aus Metall umschlossen. Die Zargenfassung ist dadurch besonders sicher, denn sie schützt das Mineral vor Stößen und anderen Einflüssen. Wenn Sie Diamantschmuck kaufen, der viel oder gar täglich getragen werden soll, profitiert er von einer Zargenfassung ungemein. Nachteil ist hier allein der geringere Lichteinfall.
Eingeriebene Fassung
Eine besonders sichere Art der Fassung, denn hier wird der Stein direkt in das Material eingelassen. Der Rand des umschließenden Metalls wird dabei leicht über den Diamant „gerieben“, sodass Metall und Stein eine Einheit ergeben und die eigentliche Fassung eigentlich nicht zu erkennen ist.
Spannfassung
Hier wird der Diamant auf Spannung gefasst, sodass er im Schmuckstück zu schweben scheint. Bei einem Ring sitzt der Stein beispielsweise direkt in die Ringschiene eingespannt und wird allein vom Druck derselben an seinem Platz gehalten. Vorteil der Spannfassung ist erneut der maximale Lichteinfall. Allerdings handelt es sich hier um eine sehr unsichere Fassung, die eine hohe Anfälligkeit für Verlust oder Beschädigung birgt.
Pavéefassung
Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „gepflastert“. Das heißt, hier werden kleine Diamanten dicht an dicht nebeneinander gesetzt und von winzigen Krappen gehalten. Diese Fassart macht Eindruck, denn hier können auch größere Schmuckflächen mit Diamanten versehen werden, wodurch sich ein besonders glamouröser Look ergibt.
Authentischen Diamantschmuck kaufen: Was bedeuten die Punzen?
Schmuckstücke werden punziert – d.h. gestempelt – um unter anderem Auskunft über ihre jeweilige Legierung, den Entstehungsort, ihren Hersteller oder den ausführenden Goldschmied zu geben. Da es über Jahrhunderte aber keine einheitlichen Gesetzmäßigkeiten zur Punzierung gab, können diese Kennzeichnungen sehr unterschiedlich ausfallen.
Auch ungestempelte Schmuckstücke sind keine Seltenheit. In Deutschland wurde erst 1884 mit dem Stempelgesetz eine einheitliche Regelung getroffen, die ab diesem Zeitpunkt bindend war. Es gibt in Deutschland jedoch bis heute keine Stempelpflicht. Entsprechend existieren zahlreiche hochwertige Schmuckstücke ohne Punzierung.
Hinzu kommt, dass unterschiedliche Länder bis heute mit unterschiedlichen Punzen arbeiten. Oft kann hierüber sogar das genaue Entstehungsjahr des Objekts ermittelt werden.
Im deutschsprachigen Raum sind die Goldlegierungen 333, 585 und 750 gebräuchlich. Diese Zahlen geben den Feingoldanteil in Tausendsteln an: Ein Schmuckstück mit der Punze „750“ besteht demnach zu 75 Prozent aus Feingold.
24-karätiges Gold (999er Feingold) findet sich in der Regel nur in Münzen und Barren.

Diamantschmuck mit Expertise auswählen
Sich für den „richtigen“ Diamantschmuck zu entscheiden, erfordert Wissen, Erfahrung und ein Gespür für Material und Verarbeitung. Das Investment lohnt jedoch, denn besitzen Sie einen natürlichen Diamant, besitzen Sie tatsächlich ein Wunder der Natur, das vor Jahrmillionen in den tiefen unserer Erde entstanden und durch meisterhafte Bearbeitung zu einem Objekt geworden ist, das für Wertigkeit, Beständigkeit und Exklusivität steht.
Entdecken Sie bei der Halsbandaffaire also eine wohl kuratierte Auswahl an Diamantschmuck-Unikaten und vertrauen Sie auf unsere langjährige Expertise in Schmuck- und Kunsthandel.
FAQ